Pressemitteilung
Nicaragua entkriminalisiert Homosexualität
15. November 2007
Die nicaraguanische Nationalversammlung hat gestern ein neues Strafgesetzbuch verabschiedet, das im März 2008 in Kraft tritt. Die Strafbarkeit homosexueller Handlungen wurde darin gestrichen. Hierzu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes LSVD:
Wir beglückwünschen unsere Freundinnen und Freunde in Nicaragua zur Entkriminalisierung der Homosexualität. Das alte Strafrecht Nicaraguas kriminalisierte einvernehmliche homosexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen, Artikel 204 des nicaraguanischen Strafrechtes sprach in diesem Zusammenhang von Sodomie.
Weltweit hatten Menschenrechtsorganisationen in den vergangenen Wochen und Monaten gegen diese Zustände protestiert. Auch der LSVD hatte einen Aktionsaufruf zu Menschenrechten von Lesben und Schwulen in Nicaragua gestartet, der auch von vielen Bundestagsabgeordneten unterzeichnet worden war.
Mit dem gestrigen Votum hat auch das letzte spanischsprachige Land Lateinamerikas Homosexualität entkriminalisiert. Bestehen blieb allerdings das äußerst restriktive Abtreibungsrecht, gegen das Menschenrechtsorganisationen in aller Welt ebenfalls mobil gemacht hatten.
Es kriminalisiert selbst therapeutische Abtreibungen, die dazu dienen sollen, das Leben der Mutter zu retten.
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