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Hirschfeld-Eddy-Stiftung: Vor fünf Jahren wurde Fannyann Eddy ermordet
Am 28. September 2004 wurde unsere Namensgeberin Fannyann Eddy in ihrer Heimat Sierra Leone brutal ermordet. Fannyann war eine Persönlichkeit mit außerordentlichem Mut und außerordentlicher Integrität. Sie hat ihr Leben dem Thema sexuelle Minderheiten und Menschenrechte gewidmet. Deshalb wurde sie Opfer eines Hassverbrechens.
Im Jahr 2002 gründete Fannyann die Sierra Leone Lesbian and Gay Association (SLLGA), die sich den Kampf für die Rechte von Lesben und Schwulen auf die Fahnen geschrieben hatte. Nur wenige Monate vor ihrer Ermordung hielt Fannyann im April 2004 eine bewegende Rede vor der UN-Menschenrechtskommission in Genf, in der sie die Tatenlosigkeit der Behörden ihres Landes beim Menschenrechtsschutz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LSBTI) anprangerte.
Als man sie SLLGA-Büro in Freetown fand, wies ihr Körper schreckliche Verstümmelungen auf. Ihre tödlichen Verletzungen zeugten von dem grenzenlosen Hass auf eine lesbische Aktivistin, den ihre Mörder in sich trugen. Fannyann trat in ihrem Kampf immer offen und selbstbewusst auf. Trotz der weit verbreiteten Homophobie in ihrem Land kämpfte sie mit alle ihrem Mut für die die Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte, sie ließ sich nicht in die Unsichtbarkeit drängen.
Für Fannyann Eddy stand es außer Frage, dass auch LSBTI-Rechte Menschenrechte sind, dass diese, wie in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgelegt, für alle Menschen gelten, die wir »gleich an Würde und Rechten geboren« sind.
Diesem Vorbild fühlt sich die Hirschfeld-Eddy-Stiftung verpflichtet. LSBTI-Rechte sind kein Minderheitenthema. Sie gehen uns alle an. Denn die Frage, wie mit LSBTI in einer Gesellschaft umgegangen wird, ist immer ein Lackmustest für den Freiheits- und Reifegrad eines Gemeinwesens. Zudem versteht es sich von selbst, dass es in der Frage der Achtung der Menschenrechte keinerlei Hierarchisierungen geben darf, dass der eine nicht mehr Menschenrechte oder größeren Schutz genießt als der andere.
Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Kampf für die Menschenrechte zu unterstützen und zu befördern. Dabei hoffen wir auch auf Ihre Unterstützung!

