Spendenaufruf für die LGBT-Organisation „Coming out“ St. Petersburg!

Plakataktion von „Coming out“ St. Petersburg!

Am 29. Februar 2012 hat das St. Petersburger Stadtparlament in 3. Lesung ein homophobes Gesetz verabschiedet, das die „Propagierung“ von Homosexualität oder Transgenderismus unter Strafe stellt. Am 11. März hat Stadtgouverneur Poltavchenko das Gesetz unterzeichnet. Es ist damit in Kraft getreten. Das Gesetz schürt Homophobie und Vorurteile. Es wird Intoleranz und Hass gegen Minderheiten befördern und institutionalisieren. Das Gesetz zielt darauf ab, die stärker werdende LGBT-Bewegung in Russland mundtot zu machen. In diese Richtung weist auch die gestrige Verhaftung von mehreren LGBT-Aktivistinnen und Aktivisten in St. Petersburg.

Der Widerstand der russischen LGBT-Bewegung gegen das Gesetz erfuhr weltweite Solidarität. In Deutschland wandten sich Politikerinnen und Politiker aus Hamburg, Berlin und Köln in offenen Briefen fraktionsübergreifend an ihre russischen Kolleginnen und Kollegen. Seit Inkrafttreten des Gesetzes testen die LGBT-Organisationen in St. Petersburg, wie sie ihre wichtige Aufklärungs- und Akzeptanzarbeit fortsetzen können.

Auch in diesem Jahr organisierte die LGBT-Organisation „Coming Out“ zusammen mit anderen Organisationen die „Woche gegen Homophobie“. Ein Teil des Projektes bildete eine Plakataktion. Mit finanziellem Aufwand wurden 15 gewerbliche Werbeflächen angemietet und 30 Großformate gedruckt. Die Plakate zeigen den Komponisten Pjotr Tschaikowski, den Tänzer Rudolf Nurejew, die Dichterin Marina Zwetajewa mit zugeklebten Mündern. Kurze Texte aus persönlichen Briefen und Dokumenten dieser russischen Kulturgrößen verweisen auf deren Homosexualität.

Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung unterstützt „Coming Out“ und die Plakatkampagne. Die Präsentation der Kampagne wurde am 7. April von der Polizei unterbunden. Mehrere Aktivistinnen und Aktivisten wurden vorübergehend verhaftet, als sie die Plakate in der Öffentlichkeit zeigten. Ihnen drohen Geldstrafen.

Die LGBT-Organisationen in St. Petersburg bereiten sich nun auf einen langen und kostspieligen Kampf vor. Sie wollen durch alle gerichtlichen Instanzen in Russland ziehen, um dann das Thema vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen zu können.

Wir bitten um Unterstützung für „Coming Out“ und deren Kampf gegen Homo- und Transphobie und für die Gleichberechtigung und Akzeptanz von Homo- und Transsexuellen in Sankt- Petersburg!

Projektbezogene Spendengelder transferieren wir eins zu eins an „Coming out“ in St. Petersburg. Spenden sind steuerabzugsfähig, alle Spenderinnen und Spender erhalten eine Spendenbescheinigung.

Am 15. Juni verlosen wir unter allen Spenderinnen und Spendern 5 Originale der Aktionsplakate (Format 1,80 x 1,20 m) aus St. Petersburg.

Spendenkonto der Hirschfeld-Eddy-Stiftung: 50 100 00
Stichwort: St. Petersburg
Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 205 00 / BFSWDE33XXX

Klaus Jetz
Hirschfeld-Eddy-Stiftung
Postfach 103414
50474 Köln
T. (0221) 925961-0
F. (0221) 925961-11
klaus.jetz@hirschfeld-eddy-stiftung.de
http://www.hirschfeld-eddy-stiftung.de