Bündnis gegen Hassverbrechen, Gewalt und für den Schutz der Minderheiten

Belgrader LGBT-Konferenz verabschiedet Aufruf

Die Teilnehmer_innen der Belgrader Konferenz „Die Zukunft gehört uns“ haben nach dem brutalen Angriff auf einen Teilnehmer der Konferenz eine Resolution gegen Gewalt und Hassverbrechen verfasst. Dazu erklärt Axel Hochrein, Vorstand der Hirschfeld-Eddy-Stiftung:

Wir sind erleichtert, dass der bei dem Überfall verletzte junge Mann nicht mehr in akuter Lebensgefahr schwebt. Seine Eltern und Freunde sind bei ihm im Belgrad. Wir wünschen ihm eine vollständige und schnelle Genesung. Wir begrüßen die Festnahme von drei dringend Tatverdächtigen durch die serbische Polizei. Es ist nun Aufgabe der serbischen Justiz, die Täter entsprechend der Schwere der Tat zu bestrafen und damit ein deutliches Signal zu setzen, dass Gewalt und Hass in Serbien mit der ganzen Härte des Gesetzes geahndet werden.

Die Nachricht von dem brutalen und sinnlosen Überfall in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Belgrader Innenstadt war ein Schock für alle, die an der Konferenz teilnahmen. Zusammen mit unserer Partner-Organisation Labris hat die Hirschfeld-Eddy-Stiftung entschieden, die Konferenz fortzuführen, allerdings mit geändertem Programm. Es wurde ein Demonstrationszug vom Tagungsort vor das Belgrader Rathaus organisiert. Dieser wurde von einem massiven Polizei-Aufgebot geschützt. Angesichts vereinzelter hasserfüllter Rufe von Passanten am Rande der Demonstration schien dies auch notwendig.

Als Zeichen der Solidarität begleitete der deutsche Botschafter in Serbien, Heinz Georg Wilhelm, ein Regierungsvertreter Serbiens und der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, die Demonstration.

Im Anschluss kam das Plenum der Konferenz  zusammen um eine Resolution zu erarbeiten und zu verabschieden. Sie ist ein Aufruf an die serbische Politik und Zivilgesellschaft ein Bündnis gegen Gewalt und Hassverbrechen zu bilden, um der vorhandenen fremdenfeindlichen und homophoben Stimmung in Teilen der serbischen Gesellschaft entschlossen entgegen zu treten.

Serbien befindet sich im Aufnahme-Prozess in die europäische Union. Allein die Verabschiedung von Gesetzen die den Standards  der EU entspricht ist nicht ausreichend. Die serbische Regierung muss alle Anstrengungen unternehmen, um ein Klima der Akzeptanz und des Respekts gegen Minderheiten und Ausländer in der serbischen Gesellschaft  zu fördern. Die EU ist mehr als eine Wirtschafts-Union. Sie ist eine Wertegemeinschaft die auf der Überzeugung fußt, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eine weltoffene Gesellschaft die Grundpfeiler des Zusammenlebens sind. Hass und Gewalt aus der Gesellschaft gegen Minderheiten ist nicht akzeptabel.  Die EU bleibt aufgefordert diesen Prozess zu unterstützen, aber auch einzufordern und zu überwachen.


Die von der Hirschfeld-Eddy-Stiftung initiierte Konferenz war Teil dieses Prozesses. Die tragischen Ereignisse zeigen, dass diese Art der Aufklärung und Zusammenarbeit dringend notwendig ist. Deshalb wird die Hirschfeld-Eddy-Stiftung mit ihren Partnern auch weiterhin diese Arbeit fortsetzen.

Gemeinsame Resolution gegen Gewalt und Hassverbrechen

Hirschfeld-Eddy-Stiftung
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E-Mail: renate.rampf@hirschfeld-eddy-stiftung.de
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