Hirschfeld-Eddy-Stiftung: Menschenrechte von Lesben und Schwulen in UN-Vollversammlung

Pressemitteilung

Hirschfeld-Eddy-Stiftung:  Menschenrechte von Lesben und Schwulen in UN-Vollversammlung

19.12.2008

Hirschfeld-Eddy-Stiftung unterstützte Aufklärungsarbeit von Aktivisten vor Ort


Gestern Abend befasste sich die UN-Vollversammlung in New York mit den Menschenrechten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LSBT). Dazu erklärt Axel Hochrein vom Vorstand der Hirschfeld-Eddy-Stiftung:

Zum ersten Mal waren die Menschenrechte von LSBT Thema der Generalversammlung der Vereinten Nationen. 66 Staaten aus allen Erdteilen schlossen sich der auf eine Initiative Frankreichs zurückgehenden gemeinsamen Erklärung an und forderten ein Ende der Menschenrechtsverletzungen an sexuellen Minderheiten.

Zudem bekräftigen sie im 60. Jahr der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, dass diese universell sind und für alle Menschen, auch für LSBT, gelten. Die Erklärung bekräftigte also einmal mehr bestehende rechtliche Regelungen und Abkommen, von einer Ausweitung der Menschenrechte kann keine Rede sein.

Noch immer wird Homosexualität in über 80 Staaten strafrechtlich verfolgt, in einigen Ländern der islamischen Welt sogar mit Todesstrafe bedroht. Vielerorts sind staatliche Behörden an der Unterdrückung von LSBT beteiligt, verweigern ihnen jeglichen Schutz vor Anfeindungen und Gewalt.

So verwundert es nicht, dass 57 dieser Verfolgerstaaten, die der Organisation der Islamischen Konferenz und der Afrikanischen Union angehören, eine Gegenerklärung vortrugen und damit die Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte auf der Weltbühne leugneten.

Beschämend war die Rolle des Vatikans, der bereits im Vorfeld der französischen Initiative eine Absage erteilt hatte, da es sich um eine Ausweitung und Neuauslegung der Menschenrechte handele. Auch die USA enttäuschten dadurch, dass sie wie China, Russland und Südafrika der Erklärung für den Menschenrechtsschutz von LSBT ihre Unterstützung versagten.

Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung konnte mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes sowie in Kooperation mit COC Niederlande und der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) acht Aktivistinnen und Aktivisten aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa nach New York einladen.

In mehreren Workshops und Vorträgen im New Yorker UN-Gebäude sowie in Parallelveranstaltungen außerhalb der UN berichteten sie im Verlauf dieser Woche über die Situation in ihren Herkunftsländern. Sie leisteten somit wichtige Aufklärungsarbeit zur Unterstützung der französischen Menschenrechtsinitiative.

Wir begrüßen es sehr, dass die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Navi Pillay bei einem von Frankreich und der Niederlande organisierten Podium die Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte hervorhob und dabei LSBT ausdrücklich in den Menschenrechtsschutz mit einschloss. Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Achtung der Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender voranzubringen, international Menschenrechtsarbeit zu unterstützen, Menschenrechtsverteidigern aktiv zu helfen sowie Aufklärung und den Abbau von Vorurteilen zu fördern. Mit einer Spende oder einer Zustiftung zugunsten der Hirschfeld-Eddy-Stiftung können Sie die Menschenrechtsarbeit für LSBT in aller Welt nachhaltig unterstützen. Sie tragen dazu bei, dass Menschenrechtsverteidiger und mutige Aktivistinnen in Verfolgerstaaten oder homosexuellenfeindlichen Ländern die Unterstützung erfahren, die ihrer wichtigen Arbeit zukommt.

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